Kreditvergabe beim Hausbau gelockert

Kreditnehmer dürften die Erleichterungen des Bundesrates bei der Kreditwürdigkeitsprüfung durch Banken unmittelbar spüren.

Der Bundesrat hat bei seiner Plenarsitzung Änderungen an der umstrittenen Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WKR) und damit eine Lockerung der Regularien für die Kreditvergabe an Häuslebauer beschlossen.

Nachdem ein Gesetz mit Obergrenzen für Kredite vorgestellt wurde, um den Immobilienmarkt vor einer Blase zu schützen, sahen sich viele Bauherren strengeren Kreditwürdigkeitsprüfungen gegenüber. Es gab insbesondere reichlich Kritik an den geplanten Einschränkungen bei der Kreditvergabe für Senioren und junge Familien. Eine Ergänzung des Finanzaufsichtsrechts soll nun verhindern, dass faule Immobilienkredite Banken bis an den Rand der Zahlungsunfähigkeit belasten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) erhält hierzu neue Zuständigkeiten. So werden etwa Vorgaben eingeführt, bis wann ein Darlehen getilgt werden muss. Zudem werden bestimmte Mindeststandards für die Vergabe von Neukrediten vergeben und Obergrenzen für Darlehen eingeführt, entsprechend dem Immobilienwert. Betroffen sind nur Kredite für den Bau und Erwerb von Immobilien – nicht für Umbau und Renovierung. Außerdem wurde sichergestellt, dass der soziale Wohnungsbau sowie Um- und Ausbauten von den neuerlichen Änderungen unberührt bleiben.

Die Länderkammer forderte die Bundesregierung zudem auf, unbestimmte Rechtsbegriffe so schnell wie möglich zu klären. Zudem hofft man auf eine Lösung bei den Schwierigkeiten einer Anschlussfinanzierung und Umschuldung, die es immer noch gibt. Die Sonderregelungen reichen hierbei nicht aus. Voraussichtlich im Herbst ist mit einer Umsetzung der neuen Regelungen inklusive der neuen Verordnung in die Praxis zu rechnen.